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Der VLLV war live vor Ort in Leipzig. Hier erfahrt Ihr alle Details.

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VLLV vor Ort - der Bericht vom Forschungsprojekt RESTART-19
Leipzig, 22.08.2020

Ich geh doch nicht zu Tim Bendzko!

So lautete oft die Antwort, wenn zur Teilnahme am Restart19 Projekt in Leipzig aufgerufen wurde. Leider auch von Kollegen aus unserer Branche. Dabei stand der Künstler Tim Bendzko keineswegs im Mittelpunk des Events, sondern die Daten die aus dieser Studie gewonnen werden. Mit Hilfe dieser Daten soll erforscht werden wie Großveranstaltungen in Zukunft stattfinden können. Die daraus resultierenden wissenschaftlichen Erkenntnisse werden helfen, Art und Umfang der Hygienekonzepte für zukünftige Events planbar und anwendbar zu machen.

Bei einer Studie dieser Tragweite musste der VLLV einfach anwesend sein!

Pünktlich 8.00 Uhr öffnete die Registrierung. Jeder Teilnehmer bekam einen Tracker um den Hals gehängt, eine FFP2 Maske und Einlasstickets für die drei Testszenarien. Zudem musste jeder Teilnehmer einen negativen Corona-Test nachweisen und symptomfrei sein. Außerdem wurde vor Ort Fieber gemessen.

Besonders einfallsreich fanden wir die Idee, fluoreszierendes Desinfektionsmittel an die Teilnehmer zu verteilen, damit im Nachhinein die am meisten benutzten Flächen, mittels UV Licht, sichtbar gemacht werden können.

Dr. Stefan Moritz, Leiter der Klinischen Infektiologie der Universität Halle (Saale), begrüßte die ca. 2000 Gäste und erklärte für den Laien verständlich, welche Erkenntnisse durch die Studie gewonnen werden sollen und informierte die Teilnehmer über den Ablauf der Studie.

Anschließend wurden drei Szenarien durchgespielt, jeweils mit realistischen Situationen wie Einlass, Platzsuche, Konzert, Pause, Besuch des Catering und Auslass.

Im ersten Szenario wurde ein Konzert simuliert wie es vor Corona stattgefunden hat.
Im zweiten Szenario saßen die Teilnehmer in Schachbrett-Sitzordnung. Dabei blieb jeweils ein Sitzplatz zwischen den Mitwirkenden frei. Die folgenden Sitzreihen wurden versetzt angeordnet. Zudem wurden die Besucher in Blocks aufgeteilt, die sie nicht verlassen durften.
Im dritten Szenario wurden Gruppen von bis zu zwei Besuchern mit den aktuellen Corona-Abstandsregeln in der Halle verteilt. Das bedeutete das die ca. 8000 Sitzplätze der Halle nur zu einem viertel genutzt werden konnten.

Mittels der Tracker wurde die Anzahl der Kontakte erfasst und ein Bewegungsprotokoll für jeden Teilnehmer erstellt. Diese werden für die drei Szenarien miteinander verglichen um Problemstellen schneller sichtbar zu machen. Besonderer Augenmerk wurde auf das Belüftungskonzept der Halle gelegt. Wichtig, laut Dr.Stefan Moritz, sei eine gleichmäßige, richtungsbezogene Belüftung welche die Aerosolteilchen nicht verwirbelt, sondern zielgerichtet von Menschengruppen weg lenkt. Denkbar wären Konzepte die Frischluft am Boden einbringen während die verbrauchte Luft im oberen Bereich der Halle abgesaugt wird.

Basierend auf den Eindrücken die wir während der Studie erhalten haben, sind in Zukunft strenge Hygienekonzepte bei Veranstaltungen denkbar. Diese könnten aus folgenden Maßnahmen bestehen:

• negativer Corona-Test höchstens 48 Stunden alt
• Fiebermessung vor Ort
• dauerhaftes Tragen einer FFP2 Maske
• regelmäßige Desinfektion häufig genutzter Stellen
• dezentraler Einlass der Gäste
• Schaffung von Teilbereichen des Veranstaltungsgeländes, die von den Gästen nicht verlassen werden dürfen
• Zusammensitzen von mehreren Personen wenn sie zu einer Infektionsgruppe (wie zB. Familien) gehören
• ein bis zwei Sitzplätze frei zwischen den Personengruppen
• Sitzordnung in Schachbrett Form
• Lüftungskonzept das die Verwirbelung von Aerosolteilchen verhindert

Welche der genannten Maßnahmen tatsächlich in die Hygienekonzepte der Zukunft übernommen werden, ist allerdings noch offen. Die Ergebnisse der Restart19 Studie werden für Anfang Oktober erwartet.

Weitere Informationen findet Ihr unter: www.restart.19.de


(dt)


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